Quartiersentwicklung in Riem

Leben und Wohnen in der Messestadt
Ein Park mit Badesee und Rodelhügel, Wohnungen mit Alpenblick, Öko-Bauweise und Geothermie-Beheizung – bereits in den 1990er Jahren setzte die Landeshauptstadt München zukunftsträchtige Maßstäbe für das Neubaugebiet Messestadt Riem. Ein Agenda-21-taugliches Vorzeigeviertel mit 16.000 Bewohnern und 13.000 Arbeitsplätzen sollte auf dem Areal des ehemaligen Flughafens München-Riem entstehen. 1992 begann die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts, das mit mehreren Städtebaupreisen ausgezeichnet wurde.

Inzwischen leben hier 13.000 Menschen, in den Gewerbegebieten haben sich Firmen angesiedelt und am Willy-Brandt-Platz kann man nicht nur in den Riem-Arcaden, sondern freitags auch auf dem Wochenmarkt einkaufen. Im Norden liegt die boomende Messe München, die dem Viertel den Namen gab.

So international wie das Messepublikum ist auch die Bevölkerung. 111 Nationen leben hier. Die vielen Kinder im Viertel profitieren von fantasievollen Spielplätzen, Skaterbahn, Badesee und Rodelhügel gleich vor der Haustür. Die Messestadt ist laut Münchner Lärmkarte eine Insel der Ruhe, obwohl die Stadtmitte dank U-Bahn gerade mal zwanzig Minuten entfernt liegt. Ein guter Ort zum Leben also, an dem man ohne weite Anfahrten die Freizeit im Grünen ebenso genießen kann wie nachbarschaftliches Miteinander beim Promenadenfest oder Theater, Kabarett und Musik in der Kultur-Etage Messestadt.

Mit Weitsicht hat die GEWOFAG sich früh in der Messestadt engagiert. Getreu ihrem Auftrag baute sie hier moderne Wohnungen zu erschwinglichen Preisen.

Das Projekt im Überblick

Ausgangssituation

  • 560 Hektar Fläche auf dem ehemaligen Flughafenareal, die gemäß der Leitlinie „kompakt, urban und grün“ bebaut werden sollte
  • Stadtratsbeschluss für die Entwicklung des Areals: ein Drittel Gewerbe, ein Drittel Wohnen und ein Drittel Grün
  • Im Norden das Ausstellungsgelände der Messe München, im Süden auf 130 Hektar der Riemer Park mit Badesee und Rodelhügel, dazwischen der zu gestaltende Wohnbereich, der durch breite Grünzüge mit dem Park verbunden ist

Ziele
  • Hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität zu sozialverträglichen Preisen
  • Entwicklung eines ökologischen Vorzeigeviertels mit wenig Autoverkehr und Park gleich vor der Haustür
  • Intensive Verzahnung von Stadt und Landschaft
  • Alle Wohnanlagen entsprechen den hohen GEWOFAG-Anforderungen und besitzen gleichzeitig eine eigene Identität.
  • Erkenntnisse fürs Wohnen der Zukunft gewinnen

Strategie
  • Schaffung von hochwertigen Lebensräumen als die beste Voraussetzung für die Entstehung guter Nachbarschaften
  • Kombination von urbaner Architektur und grünen Innenhöfen als Aktions- und Erholungsflächen
  • Individuelle Unterschiede bei den Wohnanlagen: zum Beispiel rote Farbfacetten in der Verglasung, farbige Sichtblenden an Balkonen, Laubengänge und Fassaden-Rücksprünge

Ergebnis
  • Errichtung von bisher insgesamt 1.500 Wohnungen in den unterschiedlichsten Quartieren, von West bis Ost über das Areal verteilt
  • 200 weitere Wohnungen werden bis Ende 2016 am Edinburghplatz entstehen.
  • Bau von 31 barrierefreien und vier rollstuhlgerechten Wohnungen im Anwesen Ecke Elisabeth-Mann-Borgese-/Selma-Lagerlöff-Straße
  • Einrichtung einer Kindertagesstätte
  • Bau einer zweigeschossigen Kinderkrippe bis Ende 2016
  • Einrichtung von vier Nachbarschaftstreffs, verwaltet vom Wohnforum der GEWOFAG
  • „Wohnen im Viertel“ mit sieben Projektwohnungen und einer Pflegewohnung auf Zeit
  • Bau von sechs baugleichen Forschungshäusern mit insgesamt 48 öffentlich geförderten Wohnungen. Die Häuser unterscheiden sich nur durch jeweils eine Variable, wie zum Beispiel verschiedene Lüftungssysteme. So lässt sich im Vergleich ermitteln, welche Systeme besonders effizient sind.
  • Integration von zehn Ateliers für Künstler am Edinburghplatz
  • Schaffung von Räumen für das Fameri (Familienzentrum Messestadt e.V.)
  • Schaffung von Räumen für ein Café
  • Integration des Kunstprojekts „Schmolche“